Nüsse – lang verkannte Nährstoffbomben

Der heutige Tag, also der 14.04., wurde in Amerika zum „Tag der Pekannuss“ erklärt. Diesen kuriosen Feiertag nehme ich mir als Anlass, Ihnen mehr von diesen Nährstoffbomben der Natur zu erzählen.

Lange Zeit galten Nüsse als zu fetthaltig, um gesund zu sein. Sie wurde eher gemieden und man fand sie nur noch in Torten oder anderen Süßspeisen. Seit sich das sogenannte Studentenfutter aber immer größerer Beliebtheit erfreut, findet auch die Nuss zurück in unseren täglichen Speiseplan.

Das ist auch gut so, denn Nüsse können erstaunliches bewirken. So senken sie zum Beispiel nachweislich den Cholesterinspiegel und sind gesund für unser Herz und unser Gehirn. Ich empfehle, täglich eine Hand vollNüsse zu essen, da sie gesundheitsfördernd wirken und auch während den Mahlzeiten gegessen werden können. Denn durch ihre hohe Nährstoffdichte sind Nüsse sehr sättigend. Schon eine geringe Menge an Nüssen reicht aus, um unseren täglichen Tagesbedarf an verschiedenen Nährstoffen und Vitaminen zu decken.

Auch der Fettgehalt der Nüsse ist beachtlich. So bringen es Wal- und Haselnüsse auf etwa 60 Prozent Fett. Macadamianüsse bringen es sogar auf über 70 Prozent Fett und gehören gemeinsam mit den Paranüssen zu den fetthaltigsten Nüssen. Einziger Ausreißer ist die Esskastanie. Sie zählt auch zu den Nüssen und hat nur einen Fettgehalt von etwa zwei Prozent.
Wie ich aber schon im Artikel zu „Light Produkten“ erklärt habe, ist Fett nicht gleich Fett. Es gibt gute und schlechte Fette und die Fette der Nuss zählen eindeutig zu den guten Fetten, da sie teilweise sogar mehrfach ungesättigt sind.

Entscheidend beim Verzehr von Nüssen ist aber, dass sie darauf achten, naturbelassene Nüsse zu essen. Verzichten Sie auf gesalzene, gebrannte oder schokolierte Nüsse. Die verschiedenen Verarbeitungen sorgen nur dafür, dass Sie mehr Nüsse essen, als Ihr Körper unbedingt braucht. Mittlerweile führt jeder Supermarkt verschiedene Nuss-Snacks. Es gibt sie in Mischpaketen aber auch einzeln. Besonders gut finde ich Walnüsse, Mandeln und Haselnüsse. Aus meiner Sicht enthalten diese Sorten genau die richtige Mischung an Fetten und Nährstoffen und eignen sich besonders gut zum täglichen Verzehr.

Was die Unterschiede der verschiedenen beliebten Nusssorten sind erfahren Sie hier:

Die Erdnuss


Erdnuss

Erdnüsse sind sehr Eiweißhaltig. Sie enthalten etwa 25 Prozent des Proteins und liefern dazu noch jede Menge Vitamin B, Fluor und Jod. Außerdem sind Erdnüsse sehr kalorienreich und bestehen etwa zu 50 Prozent aus Fett.

Was sie vielleicht nicht wussten: Botanisch gesehen sind Erdnüsse gar keine Nüsse, sondern eigentlich Hülsenfrüchte.

 

Walnüsse


Walnuss

Besonders in der vegetarischen Ernährung sollte man auf Walnüsse nicht verzichten. Sie liefern Vitamin E, Linolsäure, Eiweiß und mehrfach ungesättigte Fettsäuren.

Gut zu wissen: Walnüsse sind gemeinsam mit den Haselnüssen in Österreich heimisch. Vielleicht finden Sie ja einen Bauern in Ihrer Umgebung, der Sie mit den köstlichen Nährstoffbomben versorgen kann. Oder Sie finden Platz in Ihrem Garten, um einen eigenen Nussbaum zu pflanzen. Die Arbeit zahlt sich auf jeden Fall aus.

 

Haselnüsse


Haselnuss

Auch unsere Haselnüsse liefern uns hochwertiges Eiweis und ungesättigte Fettsäuren. Aber auch Vitamin E finden Sie in den kleinen Alleskönnern.

Wirklich interessant: Haselnüsse enthalten fast zwei Mal so viel Calzium wie Milch. Außerdem steckt in Ihnen noch Magnesium, Kupfer, Eisen, Zink, Fluor und Selen.

 

Pekannüsse


Pekannuss

Diesen Nüssen wurde ja der heutige Tag gewidmet. Die Nüsse, die ursprünglich aus den südlichen USA kommen, erfreuen sich auch bei uns immer größerer Beliebtheit. Sie sehen ähnlich aus wie unsere Walnüsse, jedoch ist ihre Schale glatt.

Interessanter Fakt: Schon die Ureinwohner Amerikas ernährten sich im Winter von den Pekannüssen. Die wilden Pekannuss-Bäume wurden in den USA aber schon längst von gezüchteten Kulturpflanzen abgelöst. Das liegt daran, dass die wilden Bäume oft erst nach acht Jahren das erste Mal Früchte tragen.

 

Die Mandel


Mandel

Auch Mandeln gehören streng genommen nicht zu den Nüssen. Sie zählen zu der Gattung des Steinobstes und der Kern ist die Mandel, wie wir sie kennen. Auch Mandeln enthalten sehr viele Nährstoffe. Unter anderem Calzium, Magnesium aber auch Kupfer und große Mengen an Vitamin E und Vitamin B. Ihr Fettgehalt liegt bei etwa 50 Prozent im guten Mittelfeld.

Das richtige Verhältnis: Calzium kann unser Körper nur in Verbindung mit Magnesium aufnehmen. Wichtig ist, dass das Verhältnis der beiden Nährstoffe passt. Diese Gegebenheiten bringt uns die Mandel: Ihr Verhältnis von etwa zwei Teilen Calzium zu einem Teil Magnesium kann von unserem Körper optimal verwertet werden und hilft dabei Knochensubstanzen aufzubauen und zu stärken.

 

Cashewkerne


Cashewkerne

Seit ein paar Jahren zählen Cashewkerne wohl zu den beliebtesten Snacks. Sie fehlen in kaum einem Studentenfutter und werden ganzjährig angeboten. Was aber die wenigsten wissen ist, dass die Cashewkerne am sogenannten Cashewapfel wachsen und eigentlich die Samen des Apfels sind. Die Kerne hängen wie Boxerhandschuhe am Cashewapfel und sind von einer harten Schale umgeben. Diese kann nur durch rösten oder Dampf gelöst werden und erfordert großer Anstrengung. Streng genommen zählen also auch die Cashewkerne nicht zu den Nüssen.
Dennoch sind ihre Nährstoffe beachtlich: Sie enthalten verhältnismäßig viel Magnesium und haben dabei einen viel geringeren Fettgehalt als andere Nüsse.

Glücklich-Macher inklusive: Cashewkerne enthalten anders als alle anderen Nüsse den Inhaltsstoff Tryptophan. Dieser kann im Gehirn zum bekannten Glücklich-Macher Serotonin verwandelt werden. Greifen Sie in Zukunft doch einfach einmal zur Cashew als zur Schokolade.

 

Die Maroni


Maroni

Die dritte Nuss, die in Österreich heimisch ist. Besonders im Herbst und Winter ist die Nuss in Österreich sehr beliebt und wird meist geröstet genossen. Dass man ruhig öfter zugreifen kann, bestätigt die Nährstofftabelle. Maroni enthalten jede Menge Kalium sowie Magnesium. Außerdem sind die Vitamine C und B enthalten. Dennoch ist die Edelkastanie kalorienärmer als alle anderen Nüsse. Sie enthält nur etwa zwei Prozent Fett.

Sehr interessant: Weizenallergiker und Zöliakie-Patienten finden in der Maroni auch den perfekten Ersatz für Weizen-Mehl. Das sogenannte Maronimehl schmeckt nicht nur sondern ist noch dazu ein basisches Lebensmitteln, das gegen die Übersäuerung unseres Körpers hilft.
Vorsicht: Maroni-Mehl ist nur als Gemisch mit anderen Mehlsorten backfähig.

 

Ich hoffe, ich konnte Ihnen ein paar neue und hilfreiche Infos zu unseren Nüssen geben und Sie davon überzeugen, das nächste Mal zu einem Nusssnack anstatt von Chips oder Schokolade zu greifen.

Ich wünsche Ihnen alles Liebe,

Ihre Ernährungsberaterin in Wien und MödlingMonika Masik